Puerto Rico

Puerto Rico

Derzeit steht bei Strategiespielern das Spiel Caylus hoch im Kurs. Dieses Strategiespiel bietet sehr viele Entscheidungsmöglichkeiten und unterschiedliche Abläufe. Vor drei Jahren war das Strategiespiel, das ebensolches Gefallen bei den Spielern fand Puerto Rico. Nun gibt es genau dieses Puerto Rico als PC-Spiel.

SpielauswahlIn der Schachtel befinden sich neben CD-Rom noch ein Anleitungsbuch und eine Stanzform. Sie enthält die Gebäude, die vor einiger Zeit in der Spielbox abgedruckt worden waren. Die Gebäude sind nun in guter Qualität vorhanden; enttäuschend fand ich persönlich, dass die Regeln zu diesen Gebäuden nicht in einer gedruckten Form beilagen. Wer die damalige Spielbox besitzt, kann dort die Regeln bekommen, alle anderen müssen auf die Anleitung auf der CD-Rom zurückgreifen.
Damit sind wir bei dem Kern des Produktes: dem PC-Spiel. Vielfach dürften die Regeln von Puerto Rico bekannt sein. Wer sie nicht kennt, kann sie online nachlesen. Das Tutorial besteht überwiegend aus Texten und ähnelt daher mehr einer Spielregel als einer Einführung am PC. Ich kannte das Spiel vorab, so fand ich die wenigen Dinge die ich nachschaute - meist die Funktion der neuen Gebäude - schnell und konnte gut mit dem Tutorial klarkommen. Ich vermute, dass Spieler, die Puerto Rico danach lernen möchten, schnell die Lust verlieren, weil es unangenehm ist, diese Menge Text am Monitor zu lesen.

Spielsituation Kommen wir zum Spiel: Es erlaubt die bezüglich Spielerzahl und Gebäudeauswahl die Flexibilität, die Puerto Rico inkl. Der Zusatzgebäude am Tisch bietet. Die KI lässt sich auf mehrere Spielstärken einstellen. Ich betrachtete mich als erfahrenen Puerto Rico Spieler und habe gleich die stärkste Stufe ausgewählt. Im Spiel sehe ich dann meine kleine Insel, die ich mir zwei- und dreidimensional anzeigen lassen kann. Als Brettspieler liegt mir hier nur die zweidimensionale Grafik; lediglich bei Spielende habe mir mein kleines Puerto Rico dreidimensional angeschaut, weil es hübsch ausschaut. Zurück zum Spiel: Die Handhabung ist intuitiv und ich habe nur ein einziges Mal im Handbuch nachschauen müssen. Hier ist die Implementierung gelungen. Während des Spiels sehe ich immer mein Auslage und die eines anderen Spielers. Den Spieler kann ich dabei nach Belieben wechseln. Weil ich viel in der Brettspielwelt spiele, war dies zunächst ungewohnt, denn dort sind die Auslagen sämtlicher Spieler auf einen Blick sehen. Während es z. B. im Spielbox-Forum kritische Stimmen zu der Übersichtlichkeit gab, finde ich die Übersichtlichkeit gut und erfreue mich auch an der schönen Grafik bei der die Gebäude grafisch dargestellt und nicht nur Schriftzüge sind.
Ich weiß nicht, ob die begrenze Übersicht über die Auslagen der anderen Spieler dazu geführt hat, dass ich Spielfehler gemacht habe. Wenn es so ist, so waren sie nicht gravierend, denn ich habe kein Spiel gegen die KI verloren. Dabei führte ich Spiele mit allen Spielerzahlen und Gebäudeoptionen durch und probierte diverse Strategien wie um Beispiel Verschiffen, große Gebäude bauen oder früh eine Universität errichten aus. Die Computergegner verloren immer und meist deutlich. Eine große Schwäche der KI besteht darin, dass sie kaum die großen Gebäude erwirbt und somit auf deren Siegpunkte verzichtet oder nur noch erwirbt, was andere - sprich ich - nicht wollten. Nachdem ich mir die Liste der Spieltester angeschaut habe, bin ich darüber sehr verwundert. Diese Tester haben mehr Puerto Rico Fähigkeiten als die hier implementierte KI.

Ergebnis Das Spiel ist schön, die beigefügten Gebäude aus dick gestanzter Pappe auch; die fehlende gedruckte Regel zu den Gebäuden ist ein störender Mangel. Das Problem mit der KI ist nicht neu. Schon andere Spiele wie Euphrat & Tigris und Kardinal & König litten darunter. Wer ein starker Puerto Rico Spieler ist, wird an dem Spiel nur begrenzt Freude haben; wem diese KI stark genug ist, kann sich damit ausreichend beschäftigen und seine Spielstärke steigern bis er zu den starken Spielern gehört. (wd)

Steckbrief

Puerto Rico

Spielvorlage Puerto Rico

Autor und Verlag des Spieles

Andreas Seyfarth / alea

Hersteller der CD-Rom

Dartmoor

Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller

CPU / Arbeitsspeicher / Grafikkarte

Pentium II / 700 MB / Direct X kompatible Grafikkarte