CD-Rom MalefizSagaland

Nach Malefiz, der Maulwurf-Company und Scotland Yard liegt jetzt ein weiteres erfolgreiches Spiel aus dem Hause Ravensburger in der PC-Version vor.

Kurz zum Spiel: Der König sucht einen Nachfolger und will seinen Thron demjenigen übergeben, der den Märchenwald am besten kennt. In diesem Wald sind viele aus Märchen bekannte Gegenstände wie Rapunzels Turm oder die Kugel des Froschkönigs versteckt. Der König fragt nach einem Gegenstand, dessen Aufenthaltsort die Spieler herausfinden und im Schloss bekannt geben sollen. Man würfelt sich mit zwei Würfeln durch den Wald, wobei jeder Würfel einzeln gezogen wird. Trifft man auf einen Schatzort, darf man sich geheim den Schatz ansehen. Trifft man auf einen anderen Ritter, schickt man in zum Ausgangspunkt ins Dorf zurück. Würfelt man einen Pasch darf man die beiden Würfel normal ziehen. Man darf sich aber auch auf einen beliebigen Schatzort bzw. zu einem Punkt nah am Schloss teleportieren oder man darf des Königs Wunsch ändern. Wer als erster drei Wünsche des Königs erfüllen kann gewinnt.

Das Brettspiel ist exakt im Rechnerspiel umgesetzt. Nun kommen die Möglichkeiten eines Computers hinzu. Es gibt keinen ebenen Plan, sondern der Wald wird dreidimensional dargestellt. Während im Spiel die Schätze unter Bäumen versteckt sind, öffnet sich hier beim Betreten des Feldes eine Schatzkiste, und mit Bild und Schriftzug wird der Schatz benannt. Eine Option erlaubt, dass vor jedem Zug gezeigt wird, wie weit man (jeweils mit einem Würfel) ziehen kann. Das Spiel ist optisch wunderschön umgesetzt. Die Reiter sind niedlich, sie traben von Feld zu Feld, und wird einer in das Dorf zurückgeschickt, geschieht dies durch einen hohen Flug durch die Luft. Die verschiedenen Spielstärken sind auch vernünftig programmiert, leichte Gegner machen auch mal offensichtliche Fehler. Doch oft ist es schwer bei anderen zu sagen, was gute und was schlechte Züge sind. Vor allem ist bei einem Gedächtnisspiel gegen einen Computer, der eigentlich ein unfehlbares Gedächtnis hat, schwer einzuschätzen, wie gut dieses Gedächtnis abgemildert wird, bzw. wie hier zum Ausgleich "schlechte" Züge während des Spieles gemacht werden. Zumindest ist die Einordnung der Gegner in leicht, mittel und schwer korrekt.

Bei der Bewertung des Spieles muss auf die Zielgruppe Rücksicht nehmen. Mir ist klar, dass ich nicht dazu gehöre. Ich bevorzuge flotte Spielweise und mag keine großen Grafiken, wenn diese sich auf die Spieldauer auswirken. Betrachte ich aber meinen Sohn, der sicherlich eher der Zielgruppe angehört, und sehe, wie begeistert er Sagaland spielt, muss ich sagen, dass das Spiel sehr gut umgesetzt ist. Ihn stören die langen Wartezeiten, in denen die Computerspieler ihre Züge, die genauso lange wie die der denkenden Menschen dauern, durchführen, überhaupt nicht. Er freut sich auch noch beim 20. Mal, wenn ein fremder Ritter per Luftpost wieder ins Dorf befördert wird und ist begeistert von den Reimen, mit denen der König seine Wünsche äußert. Der Märchenwald lockt zum erforschen und spazieren gehen ein; hier wird wirklich eine Märchenwelt gezeigt. Wer Sagaland mag, bekommt hier ein gut funktionierendes Spiel mit märchenhafter Optik: einen Augenschmaus. (bd)

Steckbrief

Sagaland

Spielvorlage Sagaland

Autor und Verlag des Spieles

Alex Randolph& Michael Matschoss/Ravensburger

Hersteller der CD-Rom

Heureka

Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller

CPU / Arbeitsspeicher

800 Mhz / 128MB