Die CD von Kardinal und König

Kardinal und König

Kardinal und König, das 2000 die Auswahlliste zum Spiel des Jahres erreichte, war und ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele. Als angekündigt wurde, dass es für dem PC realisiert werden solle, habe ich mich direkt als Testspieler beworben, denn nach vielen Spielen am Brett und mehr als 350 Spielen in der Brettspielwelt, hielt ich mich für geeignet. Doch bis es soweit war, ging noch einige Zeit vorbei. Ich war zwar bei den ersten Gesprächen zur KI dabei, doch zum intensiven Testspielen fehlte dann die Zeit.

richtige Häuser statt "Pöppeln" Jetzt zum Spiel: Das Originalspiel setze ich jetzt als bekannt voraus, ansonsten verweise ich auf meine Rezension.

Das Spiel bietet verschiedene Möglichkeiten. So gibt es das Einzelspiel gegen zwei bis vier Computergegner, das Spiel im LAN oder im Internet. Ich habe nur das Einzelspiel getestet. Nach dem Start des Spieles, für das man die Anzahl und die Spielstärke der einzelnen Gegner einstellt, erscheint die Karte, die zu meiner Verblüffung in grün und nicht- wie auf der CD-Hülle sichtbar- in Originalfarben vorliegt. Dies hebt zwar die Straßen mehr hervor, lässt die Ländergrenzen aber nicht mehr so gut erkennen.

Das Handling ist kein Problem. Man klickt an, wo man bauen will, und der Rechner wählt automatisch die dazu passenden Karten aus. Will man statt einer einzelnen Karte den Joker aus zwei anderen einsetzen, kann man dies einfach durch anklicken der entsprechenden Karten ändern. Den Zug beendet man durch das Nachziehen, der Klick auf die erste Nachzugkarte führt das endgültige Bauen durch. Vorher kann man die Entscheidung durch Anklicken eines anderen Bauvorhabens abrändern.

Die KI ist für mich etwas seltsam gebaut. Auf stärkster Stufe dauerte mir das Spiel einfach zu lange, gegen 4 Meister musste ich mehr als 5 Minuten warten, um meinen dritten! Spielzug zu machen. Auch spielen die Meister (Stufe 5) nicht viel besser als Profis (Stufe 4) oder Amateure (Stufe 3). Daher kann ich nur zu einem Spiel gegen mittelschwere Gegner raten. Diese stellen zwar keine große Herausforderung dar, doch grobe Fehler darf man hier nicht machen, ohne zu verlieren.

Karte der HandelsstraßenZusätzlich zum Standardspiel Kardinal und König wurden auch die "Vatikanerweiterung" und eine weitere Variante "Handelsstraßen" als zuschaltbar realisiert. Bei den Handelsstraßen entfällt die Zwischenwertung. Die Bündnisse existieren nun zum Teil für anderer Kombinationen. Es gibt besonders lohnenswerte Klosterbauplätze. Baut man hier ein Kloster, bringt das sofort einen Bonuspunkt. Zum dritten sind einige Straßen mit einer oder zwei Kutschen markiert. Hat man diese Strecken in eine Handelsstraße eingebunden, bekommt man für jede Kutsche einen Sonderpunkt.

Auch hier überraschte mich die KI, denn in den vier Spielen, die ich mit dieser Variante machte, wurde von der KI nicht ein Rat in den Vatikan gesetzt. Auch Sonderpunkte durch die besonderen Bauplätze wurde von der KI seltenst genutzt.

Die Anleitung kann ich nur loben: Sie ist leicht verständlich und vollständig. So wünsche ich sie mir immer.

Wer eine Herausforderung durch die Computergegner sucht, ist hier vermutlich nicht gut aufgehoben, denn die extrem langsame Spielweise der Meister, die meiner Meinung nach nicht viel besser als Profis oder Amateure spielen, nimmt schon den Spaß am Spiel. Doch für ein flottes Spielchen zwischendurch, bei dem ich mich nicht sehr anstrengen will, ist es gut zu gebrauchen. (bd)

Steckbrief

Kardinal und König

Spielvorlage Kardinal und König

Autor und Verlag des Spieles

Michael Schacht / Goldsieber

Hersteller der CD-Rom

Dartmoor Softworks

Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller

CPU / Arbeitsspeicher

400 Mhz / 64MB