Als Brettspiel habe ich Torres immer gerne gespielt, entsprechend war ich gespannt, wie sich die Umsetzung auf den PC darstellen würde, wie die Handhabung ausgefallen ist und ob die eingebaute künstliche Intelligenz (KI) spannende Spiele hervorbringt. Torres lässt sich auch im Mehrspieler-Modus in einem LAN oder über das Internet spielen, aber diese Modi habe ich nicht ausprobiert. Für mich persönlich liegt darin auch nicht der besondere Reiz, denn einer Partie im LAN würde ich jederzeit eine ftf-Partie vorziehen und übers Internet, ich weiß nicht. Mich reizt eher die Möglichkeit sich einfach mal an dem PC zu setzen und auf die Schnelle eine Partie zu spielen, zu der ich sonst keine Gelegenheit hätte. Das 'Bauneburgundsetzdichdrauf'-Strategiespiel (Dartmoor-Aussage) ist 1:1 umgesetzt und bietet sowohl die Basis- als auch die Meisterversion des Brettspiels an. Für Spielneulinge stehen die Regeln in interaktiver und ausdruckbarer Form zur Verfügung, so dass es in dieser Beziehung keine Schwierigkeiten geben sollte.
Das erste Bemerkenswerte nach dem Start des Spiels ist, dass
nicht verlangt wird, die mitgelieferte CD-ROM einzulegen. Dies bin ich eigentlich
so gewohnt. Die gesamte Software (ca. 500 MB) liegt also auf der Festplatte.
Damit ist es wunderbar möglich, Torres auf dem Laptop auf Reisen, auch
Dienstreisen zu spielen, ohne immer die Diskette dabei haben zu müssen.
Hat man dann ein gespeichertes Spiel geladen oder ein neues gestartet, das
nächste Bemerkenswerte. Alle benötigten Informationen zum Spiel
sind direkt verfügbar. Die einzigen, intuitiven Tastendrücke, die
man sich merken muss, sind die Pfeiltasten, mit denen man das Spielbrett
drehen und kippen kann, sowie hinein- bzw. herauszoomen kann. Man blickt
durch ein Efeu beranktes, durchbrochenes Mauerstück auf das in der Mitte
des Schirms dargestellte Spielbrett mit den noch vorhandenen Spielfiguren
der Gegner. Der gerade aktive Spieler wird durch eine animierte Sanduhr
verdeutlicht Auf der Mauer selbst sind alle anderen Information dargestellt,
der Punktestand, in welcher Phase man sich befindet, bei wem die Runde
aufhört, wie viele Aktionspunkte noch zur Verfügung stehen, wie
viele Ritter und Bauteiltürme man selbst noch hat und schließlich
welche Karten man eventuell gezogen hat (Basisversion) bzw. welche Karten
man noch besitzt (Meisterversion). Die Darstellung und Umsetzung lässt
also keine Wünsche offen.
Wo
aber Wünsche offen bleiben, ist bei der Performance. Läuft Torres
ist der Prozessor zu über 90 Prozent ausgelastet. Zugegeben, mein
Testrechner war nur ein P3 mit 800MHz, aber dass andere Programme nur noch
ruckartig laufen, ist eigentlich nicht akzeptabel. Bei Minimaleinstellungen
für z.B. Auflösung, Grafikdetails und Musik war das Verhalten jedoch
besser. Überhaupt sollte man sich überlegen, diese Einstellungen
zu wählen, denn die Übersichtlichkeit auf dem Spielbrett wird dadurch
verbessert. Hatte ich am Anfang von einer Partie auf die Schnelle gesprochen?
Bei drei Computergegnern auf Stufe 'schwer' kann es auch schon mal etliche
Minuten dauern, bis man wieder an der Reihe ist. So wünsche ich mir
ein Computerspiel eigentlich nicht. Auch nicht, dass nach dem Spielen einer
entsprechenden Aktionskarte nachgefragt wird, welchen Vorratsturm man
auswählen will, wenn doch nur noch einer vorhanden ist.
Die KI ist trotz der vielen Variationen, die die Aktionskarten bieten, passabel
programmiert, zumindest in der Stufe 'schwer'. Aber es ist hier, anders als
z.B. bei Euphrat & Tigris, auch relativ einfach, da man den besten Zug
meistens durch Berechnung der optimalen Punktezahl bestimmen kann. Mir hat
es auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht, Torres am PC zu spielen,
trotz des lahmen PCs. Wie mag es da erst mit einem auf dem neusten Stand
der Technik sein? (mw)
Steckbrief |
Torres |
| Spielvorlage | Torres |
Autor und Verlag des Spieles |
Wolfgang Kramer + Michael Kiesling / Ravensburger |
Hersteller der CD-Rom |
Dartmoor Softworks |
Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller |
|
CPU / Arbeitsspeicher |
400 Mhz / 64MB |