Expedition nach Tikal

Mit Expedition nach Tikal liegt eine weitere Umsetzung eines prämierten Brettspiels als Computerspiel vor. Leider musste der Titel aus rechtlichen Gründen verändert werden.

Schon Brettspiel war das Spiel ein echter Augenschmaus und so war ich gespannt, wie das Computerspiel wirkt.

Da ich die Regeln des Brettspieles kannte, dachte ich rein ins Vergnügen.
Also Solospiel mit Grundregel, und los geht es. Der erste Eindruck ist optisch beeindruckend. Bewaldete Landschaft, in die man die Plättchen legt, und sie dadurch abholzt. Die Farben sind genauso leuchtend wie im Original. So läuft der Expeditionleiter als Person, nicht nur als Spielstein wie die übrigen Arbeiter, über den Plan. Der erste optische Eindruck ist genauso beeindruckend, wie es auch beim Erscheinen des Brettspiels war. Nach den ersten paar Spielrunden traten die ersten Handling-Probleme auf und nachdem ich einen Zweiertempel in Besitz genommen habe, statt ihn zu erhöhen, entschließe ich mich, das Spiel abzubrechen, um zuerst einmal das Tutorial durch zuspielen.

SpielsceneDoch schon bei meinem ersten Schritt bekomme ich die Meldung "das war nicht richtig". Verdutzt versuche ich noch einmal der Aufforderung zu folgen, das Plättchen zweimal zu drehen und dann zwischen 1er und 3er Tempel zu legen. Wieder falsch. Verdutzt, und schon etwas verärgert schaue ich genau hin und, oh, es gibt zwei Stellen die zwischen 1er und 3er liegen. Schön! Also den anderen Platz gewählt und ich wird mit Bravo gelobt. Da fühle ich mich schon auf den Arm genommen. Nun lerne ich Schätze heben und tauschen, dann Tempel erhöhen und in Besitz nehmen. Leider ist die Erläuterung, dass man alle anderen Expeditionsteilnehmer verliert, die man am in Besitz genommenen Tempel hat, nicht vollständig. Insgesamt werden die Regeln jedoch vernünftig erklärt, und man führt auch jede Aktion einmal durch.

Nun wusste ich wie es geht und startete ein neues Spiel. Doch jetzt traten neue Probleme auf. Es gibt keine Ansicht, die der des normalen Brettspieles entspricht. Ich startete mit der festen Kameraposition. Die vorderen Plättchen kann man gut sehen, weiter hinten gibt es Schwierigkeiten, Einzelheiten zu erkennen. Die Zahlen, die die Tempelhöhen angeben verdecken oft die Trittsteine, so dass man nicht weiß ob ein Übergang möglich ist oder nicht, bzw. wie viele Punkte man benötigt. Also in die F1 -> Optionen Kamera ändern. Dann kann man auch hinter die Ziffern oder Stapel von Arbeitern schauen. Hat man den Spielplan gedreht, muss man ihn aber zurückdrehen, um die noch vorhandenen verbaubaren Tempelebenen zu sehen. Da ich aber nicht an Aktion-Spiele gewöhnt bin musste ich viel Zeit aufwenden, um mich zu orientieren. Also hieß es wieder in die Optionen gehen, feste Kameraposition wählen, um die Aufgangsansicht zu haben. Am normalen Spielplan muss ich im schlimmsten Fall einmal aufstehen, um alle Feinheiten zu sehen. Hier muss ich virtuell um den Tisch herumlaufen. So stelle ich mir keine Umsetzung vor. Nun störten auch die Bäume am Rand und die großen Expeditionsleiter.
SceneDie Textmeldungen, wer was tut, wandern oben über den Bildschirm, aber sie sind nur sehr schwer zu lesen. Sind die Computerspieler an der Reihe, fühle ich mich wie auf der Kirmes. Denn alle Felder blinken leicht in der Farbe des aktiven Spielers.Mein Urteil zur Optik: Der erste Eindruck ist gut, doch bei einer Brettspielumsetzung erwarte ich Probleme durch die KI, aber nicht durch die Optik. Auch die Punktwertung war nervig. Es wird oben kurz eingeblendet, wie viele Punkte man bei einer Wertung bekommt, und dann hoppelt ein Stein über die Zählleiste. Eine Gesamtsumme bekommt man aber erst am Ende des Spiels.

Die Steuerung einiger Spielzüge ist fisselig, ohne den Rücknahmebutton hätte ich keine Chancen.
Auch die KI war enttäuschend. Ich bin ein schlechter bis mittelmäßiger Tikal-Spieler, hatte aber mit den Computergegnern auf Normalstärke keine großen Probleme. Nur einmal wurde ich im Viererspiel nur zweiter, im direkten Duell hatten die Normalspieler keine Chance.Eine etwas bessere KI hatte ich schon erwartet.

Ich hatte mich gefreut, Tikal jetzt auch am Computer spielen zu können, da man nicht so leicht Mitspieler findet, da die Wartezeiten manchmal doch recht lang werden. Doch auch die Computer spielen nicht sehr schnell, so dass eine Partie nicht mal eben durchgezockt ist.

Hart gesagt: erster Eindruck hui, zweiter Eindruck pfui.

Schade, mit etwas weniger Effekten und etwas mehr Beschäftigung mit dem Spiel hätte es eine bessere Umsetzung des Brettspiels werden können.

  

Steckbrief

Expedition nach Tikal

Spielvorlage Tikal

Autor und Verlag des Spieles

Wolfgang Kramer/Ravensburger

Hersteller der CD-Rom

Dartmoor Softworks

Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller

CPU / Arbeitsspeicher

400 Mhz / 64MB