Als ich nun mein Exemplar in den Händen hielt, war ich voller Spannung. Für mich stellten sich dabei zwei Fragen: wie wurde das Spiel optisch umgesetzt und wie stark spielt die KI. Als ich nun das Spiel startete, strömten bunte Bildchen auf mich ein. Das Tutorial erklärt einem die Spielregel und die Handhabung. Das erste kann ich nicht beurteilen, weil ich die Regel schon kante, die Handhabung wurde nicht gerade einfach erklärt, da ich manches Mal nicht wusste, was ich genau tun sollte. Dennoch reichte das Tutorial aus, um danach E&T spielen zu können.
Im ersten Spiel habe ich die Einstellung mit der beweglichen
Kamera gewählt. Man kann dabei das Spielfeld über das Mausrad sehr
leicht vergrößern und verkleinern. Dennoch gestaltete es sich
schwierig, die hinteren Felder bei dichter Bebauung korrekt zu erkennen und
anzusteuern. Als leidenschaftlicher Brettspieler habe ich daraufhin die
Einstellung mit der festen Kamera gewählt. Mit dieser Einstellung konnte
ich das Spiel tadellos bedienen. Bei meinen ersten Spielen habe ich die drei
Gegner auf der voreingestellten Schwierigkeitsstufe belassen - die mittlere
von dreien. Es wurde trotz der ungewohnten Optik ein glatter Sieg. Dabei
habe ich noch nicht einmal besonders konzentriert gespielt, wollte ich doch
auch dabei ausprobieren, wie gut die Regeln eingehalten werden und dazu kann
ich nur sagen, dass alles korrekt abläuft.
Nach den ersten klaren erfolgen habe ich dann die KI auf die
Stufe "schwer" gestellt und habe auch Spiele mit nur einem Gegner
durchgeführt.
Diese sind für beide Seiten besser berechenbar und
ich erhoffte mir damit einen stärkeren Spielgegner. Dieses Spiel gewann
ich dann aber in einer Höhe, die ich am Brett noch nie erlebt habe.
Dabei hat die KI teilweise haarsträubend gespielt. So setzte die KI
in einem Zug beide Wirbelwinde (am Brett die Katastrophenplättchen)
ein; ein unsinniger Einsatz, weil man den Vorteil des ersten Wirbelwindes
nicht nutzt. Auch beherrschte die KI nicht, wie man gegnerische Anführer
richtig angreift und wie man eigene Anführer festigt. Ein Bekannter
meinte dazu ironisch, die Spielstufe gibt an, welche Art von Fehlern die
KI machen soll.
Ich spiele E&T sehr gerne, deshalb haben mir die Spiele trotz der schlechten KI Spaß bereitet. Eine Empfehlung kann ich aber für dieses Produkt nicht abgeben. In der Entwicklung wurden eindeutig die falschen Schwerpunkte für einen Brettspieler gesetzt: in der Optik blitzt und blinkt es. Hier wurde zuviel des Guten getan; dafür fehlt es eindeutig bei der Spielstärke der Computergegner. Dies ist besonders enttäuschend, da bei den Credits bekannte Namen aus der Spieleszene genannt werden. Mir ist nicht erklärlich, wie hier die KI getestet worden ist. Bei herausgebende Firma Dartmoor hat bereits Tikal und Torres veröffentlicht und will auch weiterhin Brettspiele für den PC umsetzen. Ich kann nur hoffen, dass bei zukünftigen Spielen die Computerspieler das Niveau des Käufers erreichen. (wd)
Steckbrief |
Euphrat & Tigris |
| Spielvorlage | Euphrat & Tigris |
Autor und Verlag des Spieles |
Reiner Knizia / Hans im Glück |
Hersteller der CD-Rom |
Dartmoor Softworks |
Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller |
|
CPU / Arbeitsspeicher |
400 Mhz / 64MB |