Elfenwelt
Als Elfenland 1998 als Brettspiel bei Amigo erschien, wussten nur wenige, dass es eine komplexere Version namens Elfengold gab. Diese erschien bei White Wind, einem heute nicht mehr existierendem Verlag. Elfenland war eine familiengerechte Version, die dann auch den Titel "Spiel des Jahres" gewann. Nach diesem Erfolg gab es dann eine Erweiterung, wiederum mit Namen Elfengold, die es dann erlaubte, Elfengold mit dem Spielplan von Elfenland zu spielen.
Nun gibt es sowohl Elfenland als auch Elfengold unter dem Titel
Elfenwelt auf CD-Rom, die mit der neuen Version Elfenwelt sowie dem
Geschicklichkeit Elfenpfeil noch zwei weitere Spiele bietet. Die Grundversion
ist eine naturgetreue Umsetzung von Elfenland. Dieses Land beheimatet 21
Städte. Die jungen Elfen sollen dieses Land erforschen und dabei
möglichst viele Städte besuchen. Zwischen den Städten gibt
es Straßen, die durch verschiedene Gebiete führen und auf denen
verschiedene Fabelwesen einen Transport anbietet. Auf den Wasserstraßen
verkehren grundsätzlich Flöße, die stromabwärts
natürlich schneller sind. Damit nun jeder Spieler die Transportmittel
benutzen kann, bekommt er pro Runde achte Reisekarten auf die Hand; das sind
die Tickets. Anschließend werden die Transportmittel vergeben. Einige
werden zufällig vergeben, die meisten sucht man sich aus einem Vorrat
aus. Nachdem jeder Spieler so Reisekarten und Transportmittel besitzt, werden
die Transportmittel auf den Straßen platziert. Damit wird bestimmt,
wer auf welcher Straße den Transport durchführt. Straßen,
die kein Transportmittel erhalten, sind momentan unbrauchbar. Wenn kein Spieler
mehr ein Transportmittel platzieren möchte beginnt die Reise. Je nach
Landschaft verlangt das Wesen ein oder zwei Reisekarten für den Transport.
Hat man die
entsprechenden
Karten nicht, so kann man sich einer Karawane anschließen und bezahlt
mit drei beliebigen Reisekarten. Von jedem neu bereistem Ort erhält
man den Ortsstein, eine kleine Markierung, durch die mitgezählt wird,
wie viele Orte ein Spieler bereist hat. Wer nach insgesamt vier Durchgängen
die meisten Orte bereits hat, ist Sieger.
Elfengold erweitert Elfenland im Geld. Der Spielablauf ist grundsätzlich der selbe. Es werden aber sechs Runde gespielt, man erhält weniger Reisekarten pro Runde und auch nur zwei Transportmittel. Weitere Transportmittel werden versteigert, wofür das Geld nun benötigt wird. Die Auslage der Transportmittel erfolgt dann wie in Elfenland; zusätzlich gibt es ein paar Spezialsteine, die z. B. das Auslegen eines zweiten Transportmittels erlauben. Bei Reisen schließlich erhält jeder Spieler pro angereistem Ort nicht nur den Ortsstein, sondern auch Geld. Dazu ist jeder Ort mit einem Wert von 2 bis 7 markiert. Wiederum gilt, dass derjenige Sieger ist, der am Ende die meisten Ortssteine erhalten hat.
Elfenwelt bringt dann zwei weitere Dimensionen ins Spiel. Zum
einen gibt es ein Kampfsystem. Auf der Reise kann man nun Monster treffen,
deren Stärke in Schwertern gemessen wird. Gewinnt man den Kampf, so
erhält man eine Belohnung, verliert man ihn, so verliert man oft auch
einen Gegenstand oder Geld. Zum anderen gibt es Zaubersprüche und
Charaktereigenschaften. Beide erlauben Ausnahmen zu den bisherigen Regelwerk,
z. B. den Erhalt zusätzlicher Reisekarten oder Transportmittel. In Gegensatz
zu Elfenland und Elfengold wird Elfenwelt solange gespielt, bis ein Spieler
seine 20 Ortssteine abgeholt hat.
Das letzte Spiel ist Elfenpfeil, ein Spiel, bei dem man mit einer Armbrust Drachen abschießen muss. Dieses Geschicklichkeitsspiel ist zusammen mit einem kleinen Glücksspiel in Elfenwelt integriert und erlaubt es dem Spieler, seine Kasse zwischendurch aufzufüllen.
Elfenwelt besticht zunächst einmal durch eine gute Umsetzung der Spiele Elfenland und Elfengold. Die Grafik, die schon beim Brettspiel überzeugen kann, ist hier gleichfalls sehr gut. Die Regeln wurden sicher implementiert, die Einhaltung wird sicher überwacht und die Handhabung ist einfach und basiert auf dem Drag and Drop Verfahren.
Einige Punkte sind leider bei der Computerumsetzung zu kritisieren.
Das wohl störendste Feature ist die Abschaltung der Taskleiste. Wenn
man Elfenwelt spielt, kann keine andere Aufgabe nebenher erledigt werden,
nicht einmal ein simple Ausdruck. Für das Spiel fehlt eine
Übersichtskarte, auf der die aktuelle Situation dargestellt wird. Man
sieht derzeit immer nur einen Ausschnitt des Elfenlands und so ist es wichtig
zu wissen, wie der Spielplan aussieht. Zuletzt gibt es Animationen der Reise.
Diese Animationen sind sicherlich eine gute Sache, um Computerspieler an
die Umsetzung eines Brettspiels heranzuführen, als Brettspieler werden
sie als langsam empfunden und sollten zu beschleunigen sein oder sogar
abschaltbar.
An den Spielen selbst gibt es nur einen Kritikpunkt. Das Spiel Elfenpfeil
wirkt wie eine billige Moorhuhn-Variante. Das beste ist es, sie einfach zu
ignorieren. Der Rest bietet dabei soviel Spielspaß, dass auf Elfenpfeil
gut verzichtet werden kann. Der Aufbau der Spiele Elfenland, Elfengold und
nun Elfenwelt ist sehr zu loben. Elfenland kann sowohl als Brettspiel als
auch als Computerspiel überzeugen. Dazu tragen auch die Computergegner
bei, die in drei verschiedenen Stärken antreten und in der höchsten
Spielstärke kaum Fehler machen. Spätestens mit Elfengold hat dann
der Computer schon einen Vorteil. Da er die Verwaltung aller Gegenstände
übernimmt, kann man sich voll auf das Spiel konzentrieren. Mit Elfenwelt
wurde Elfengold dann konsequent in Richtung Computerspiel weiterentwickelt.
Mit vier Charakterklassen und deren Eigenschaften, mit Magie und mit
Kämpfen wurde hier ein wesentlicher Schritt getan, damit Elfenwelt auch
dem Computerspieler gefallen kann. Als Brettspiel wäre diese Variante
sicherlich nur schwer möglich, da der
Verwaltungsaufwand die Spielfreude sicherlich erheblich
trüben würde.
Bis auf die genannten Kritikpunkte ist Elfenwelt eine gelungene Umsetzung der Brettspiele Elfenland und Elfenwelt und bietet mit Elfenwelt eine computergerechte Weiterentwicklung.
Steckbrief |
Elfenwelt |
| Spielvorlage | Elfenaland und Elfengold |
Autor und Verlag des Spieles |
Alan R., Moon |
Hersteller der CD-Rom |
Sierra |
Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller |
|
Betriebssysteme |
Win98, WinME, Win2000, WinNT 4.0 |
CPU / Arbeitsspeicher |
Pentium II 233 Mhz / 64 MB |
| CD-Rom-Geschwindigkeit | 8-fach |
| benötigter Festplattenplatz | 300 MB |