Das ver-rückte Labyrinth
(zum Online-Spiel auf das Bild der CD-Rom links klicken)
Es
war 1986, da erschien bei Ravensburger ein Spiel in einer ziemlich flachen
Schachtel. Es hieß das ver-rückte Labyrinth. Im selben Jahr erschien
mit Heimlich & Co von Wolfgang Kramer im selben Verlag ein weiteres sehr
gutes Spiel, welches dann auch "Spiel des Jahres" wurde. Nun trat der seltene
Fall ein, dass das ver-rückte Labyrinth, obwohl es diese große
Auszeichnung verfehlte, ein Riesenerfolg wurde. Dies liegt am ebenso einfachen
wie genialem Spielprinzip. Auf einen 7 * 7 großen Spielfeld sind einige
quadratische Plättchen befestigt und zwar immer dort, wo waagerechte
als auch senkrechte Reihe ungerade sind. So sind zum Beispiel alle Eckfelder
fest; insgesamt sind es 16 befestigte Plättchen. Weitere 34 Plättchen
zeigen ebenfalls Labyrinthgänge: Kurve, Gerade oder Abzweigung, Kreuzungen
gibt es nicht. 33 dieser Plättchen vervollständigen das Labyrinth,
ein Plättchen bleibt über, das der am Zug befindliche Spieler bekommt.
Auf den Plättchen befinden sich 24 Gegenstände bzw. Figuren. Diese
sind ebenfalls auf Kärtchen und jeder der bis zu vier Spieler hat seinen
Anteil an diesen Karten, die als Stapel vor ihm liegen. Die oberste Karte
zeigt an, was oder wer das Ziel des Spieler ist. Dazu schiebt er das
überzählige Plättchen in eine der Reihen, auf der
gegenüberliegende Seite kommt das Plättchen für den nächsten
Spieler heraus. Nun darf der Spieler noch seine Spielfigur bewegen. Dies
darf er soweit es ihm die Gänge erlauben. Erreicht er sein Ziel, deckt
er die Karte auf. Dann schaut er sich die nächste Karte auf seinem Stapel
an, die sein nächstes Ziel zeigt. Nachdem so die 6, 8 oder 12 Ziele
angesteuert wurden, muss der Spieler noch zurück zu seinem Startfeld.
Diese Spiel gibt es nun als Umsetzung für den PC. Für
das Spiel stehen vier Charaktere zur Verfügung, die entweder von einem
Spieler oder dem Computer geführt werden können oder die nicht
am Spiel teilnehmen. Das Spiel gleicht bis auf drei Ausnahmen dem Brettspiel:
Ein Zauberstab ermöglicht es einmal während des Spiels, eine Mauer
zu zerstören und die Figuren im Labyrinth weichen schon einmal um ein
Feld zur Seite, damit man weiter laufen muss, um sie zu erreichen.
Zusätzlich wird der Erfolg nicht nur durch erreichen der Ziele gemessen,
sondern durch Punkte. Besonders viele erhält man durch Erreichen seiner
Ziele über lange Wege. Geschieht dies in der dreidimensionalen Ansicht
statt in der Übersicht werden die Punkte verdoppelt.
Am Spiel können 0 (!) bis 4 menschliche Spieler teilnehmen. Da dem Spieler das aktuelle Ziel gezeigt werden muss, sind bei mehr als einem menschlichen Spieler die anderen Spieler angehalten, wegzuschauen. Dies geht auch, da die Karte zunächst verdeckt ist und der Spielzug erst mit dem Anklicken der Karte und der dadurch ausgelösten Aufdeckung beginnt. Als Computergegner stehen vier Charaktere unterschiedlicher Spielstärke zur Verfügung. Während der Anfängerzauberer Maurin sich schon einmal verläuft, bezieht der große Magor auf Teleports in seine Überlegungen ein. Die junge Hexe Tamara spielt sehr konstruktiv während die alte Hexe Ragna destruktive Spielzüge bevorzugt. Zu besiegen sind sie alle, doch je nach eigener Spielstärke bereiten sie wenig bis viel Ärger.
Die Grafik ist sehr gelungen. Das Labyrinth ist sowohl in der Übersicht als auch in der dreidimensionalen Nahaufnahme eine Augenweide ohne die Übersichtlichkeit preiszugeben. Die Ziele sind grafisch animiert und mit einer eigenen kurzen Melodie versehen, die auch nach mehreren Spielen nicht nervtötend ist.
Die Steuerung geschieht fast ausschließlich per Maus.
In der Übersicht genügt es, für seine Spielfigur das Ziel
anzuklicken. In der Nahaufnahme steuert man die Figur am besten mit der
Pfeiltasten, es geht aber auch mit der Maus. Einzig wenn man sein Ziel nicht
erreicht, muss man das Zugende über die Returntaste verkünden.
Für ein überwiegend mausgesteuertes Spiel ausgesprochen lästig.
Das Programm wird durch weitere Features abgerundet. Ein Schnellstart erlaubt das Spielen ohne groß Einstellungen vernehmen zu müssen. Ein Tutorial führt in das Spiel ein und Rätsel geben mit aufbauendem Schwierigkeitsgrad erfreuen Freunde von Denksportaufgaben. Zu kritisieren ist der High-Score. Es wird nicht nur jeder Name nur einmal geführt, sondern es gibt auch nur einen High-Score. Dies ist schade, denn im Zwei-Personen-Spiel erreicht man, da man mehr Ziele hat, deutlich mehr Punkte als in einem Mehrpersonenspiel. Doch spielt auch dies nur eine untergeordnete Rolle.
Wer über das Brettspiel hinaus mehr von einem Computerspiel erwartet, sollte vorsichtig sein, denn die CD-Rom verspricht das ver-rückte Labyrinth und genau das bietet sie auch, nicht mehr und nicht weniger. Wer das Brettspiel mag und es gerne am Computer spielen möchte - vielleicht, weil die Mitspieler fehlen - der ist mit der CD-Rom sehr gut bedient.
Steckbrief |
Das ver-rückte Labyrinth |
| Spielvorlage | Das verrückte Labyrinth |
Autor und Verlag des Spieles |
Max J. Kobbert / Ravensburger |
Hersteller der CD-Rom |
Ravensburger Interactive |
Mindest-Systemvoraussetzungen laut Hersteller |
|
Betriebssysteme |
Win 95, Win98, WinME, Win2000 |
CPU / Arbeitsspeicher |
500 Mhz / 64MB |
| CD-Rom-Geschwindigkeit | 8-fach |