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Das Can’t Stop-Prinzip

Von Fischern und Fischen und von der unendlichen Gier nach mehr.

Es war einmal… so beginnen alle Märchen. „Es war einmal ein Fischer und seine Frau“, so beginnen die Gebrüder Grimm eines ihrer Märchen. Es beginnt damit, dass ein Fischer, der mit seiner Frau in einer Tonne lebt, einen Fisch fängt. Der Fisch verspricht ihm Wünsche zu erfüllen, wenn er ihn freilässt. Er wünscht sich, in einer Hütte zu leben. Später fordert seine Frau mehr. Sie möchte ein Haus, dann einen Palast. Der Fisch erfüllt die Wünsche…

Wir werden später sehen, wie das Can’t-Stop-Prinzip, das auch Push Your Luck genannt wird, bei dem Fischer wirkt. Vorher schauen wir es uns bei Spielen statt bei Märchen an. Es heißt nach dem berühmtesten Vertreter dieses Genres: Can’t Stop (Sid Sackson, diverse Verlage). Die Spieler möchten drei Bergsteiger auf einen Berg bringen. Dafür erhalten sie vier Würfel. Sie würfeln und gruppieren sie in zwei Gruppen zu zwei Würfeln. Die Summe jeder Gruppe gibt an, wo der Bergsteiger hochkraxelt. Der Weg über extreme Zahlen wie 2 oder 12 ist dabei deutlich kürzer als über die 7. Ein Spieler kann nach jedem erfolgreichen Wurf aufhören und seine Positionen mit einem Camp sichern. Lässt sich jedoch kein Bergsteiger mit dem Würfelwurf bewegen, sind alle Fortschritte dieser Runde verloren.

… die Frau des Fischers begnügt sich nicht mit dem Palast. Sie möchte auch die entsprechende Position haben. Sie möchte Königin sein. Der Fisch erfüllt auch diesen Wunsch…

Das Cant-Stop-Prinzip ist nun die Verallgemeinerung dessen, was bei Can’t Stop passiert. Ein Mechanismus mit Zufallselement wird einmal durchgeführt und ausgewertet. Bei einem Erfolg entscheidet der Spieler, ob er weitermachen möchte oder ob er aufhört und das Erreichte behält. Wenn er weitermacht, kommt wieder der Mechanismus zum Tragen. Die Spannung rührt daher, dass kein Spieler weiß, ob wieder ein Erfolg kommt. Das erzeugt die Spannung. Der aktive Spieler hofft, die anderen Bangen. Wie groß ist die Gier? Wenn sie zu groß wird, kommt irgendwann der Misserfolg, gepaart mit viel Schadenfreude der Mitspieler. Ist Habgier nicht eine der sieben Todsünden?

… Königin zu sein ist schön. Kaiserin ist besser und noch besser ist Papst. Der Fisch erfüllt alle Wünsche…

Es gibt reichlich Spiele mit dem Can’t-Stop-Prinzip. Wie wäre es mit Fischen als Hauptakteure? Kein Problem, gibt es zum Beispiel Kleine Fische (Peter Neugebauer, Goldsieber) und Kai Piranha (Oliver Igelhaut, Abacus). Mit Diamant (Alan R. Moon, Schmidt) wurde ein solches Spiel von der Jury empfohlen. Das gleiche gilt für Fabelsaft (Friedemann Friese, 2F), bei dem eine der Aktionskarten ein Spiel im Spiel mit Can’t-Stop-Prinzip auslöst. In diesem Jahr findet man mit The Legend of the Cherry Tree (Hinata Origuchi) und Die Quacksalber von Quedlinburg (Wolfgang Warsch, Schmidt) und natürlich Gier (Alexander Pfister, Amigo) gleich drei Spiele, die mit der unersättlichen Gier des Menschen Spielen. Der Reit ist weiterhin hoch, die Spannung gegeben. Einer geht noch… wirklich?

… die Frau des Fischers kann ihre Gier nicht zügeln. Nachdem sie Papst ist, möchte sie wie Gott sein. Der Fischer ruft den Fisch herbei und äußert den Wunsch. Und siehe da, der Fischer und seine Frau leben wieder in der Tonne: Arm wie vorher, aber mit dem Ruhm, die ersten Can’t-Stop-Spieler der Welt zu sein. (wd)