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Kommentar zu den Listen und Nominierungen

Die Jury Spiel des Jahres bietet viel Frust

In den letzten Jahren waren wir mit den Entscheidungen der Jury recht zufrieden. In diesem Jahr ist dies grundlegend anders. Dies trifft vor allem auf die Nominierungslisten zu. Schauen wir uns einmal die Spiele an. Mit The Game haben wir wieder ein kooperatives Kartenspiel. Mit ein wenig Mathematikverständnis ist es leicht zu gewinnen, ansonsten bietet es eine düstere, wenig auffordernde Grafik und Frust über übriggebliebene Karten.
Schlimmer kann es einen Spieler bei Machi Koro treffen. Die ersten Spieler bauen die so beleibten Cafés. Der eh schon benachteiligte letzte Spieler würfelt eine "3" und vergeudet eine halbe Stunde Lebenszeit mit einem Spiel, das er absitzen kann. Machi Koro ist trotzdem kein schlechtes Spiel, aber mit dieser Eigenschaft unserer Meinung nach nicht für eine Nominierung würdig.
Bleibt der Colt Express. Der Spielspaß rechtfertigt die Nominierung, wenngleich erst ab einer höheren Spielerzahl. Thematisch wurde endlich gewagt, ein Spiel mit einem politisch nicht korrekten Hintergrund auszuzeichnen.

The Game Machi Koro Colt Express

Bei den Nominierten zum Kennerspiel finden wir zunächst Broom Service, die Brettspielversion zu dem ebenfalls nominierten Wie verhext! Das Prinzip ist nicht neu: Ein Mechanismus wird doppelt verwendet und das zweite Spiel wird nominiert oder sogar Preisträger: Tikal und Torres, Akaba und Der schwarze Pirat und zuletzt die Eselsbrücke in erster und überarbeiteter Version. Vielleicht sollten Verlage einen guten Mechanismus erst einmal zurückhaltend verwenden, um ihn dann im zweiten Anlauf optimal einzusetzen.
Orléans ist sicher ein gutes Spiel. Wer aber die redaktionelle Arbeit der Verlage kritisiert, sollte konsequenterweise kein Spiel nominieren, das gerade in diesem Sektor Schwächen zeigt.
Mit Elysium ist dann wenigsten ein Spiel auf der Liste, das überzeugt. Dafür fällt uns bei den empfohlenen Spielen auf, dass hier ausschließlich Optimierungsspiele gelistet werden. Darunter ist mit Deus dann sogar eins, bei dem die Abwurfaktionen stärker sind als die Ausspielaktionen. Wir halten es für fraglich, ob diese Form der Originalität auszeichnungswürdig ist.

Broom Service Orleans Elysium

Anders sieht es für uns bei den Kinderspielen aus, deren Nominierungen durchweg berechtigt sind. Allerdings kann der Frustfaktor in einem Spiel wie Spinderella hoch sein. Bedauerlicherweise wurde wieder kein Spiel ab 4 Jahren nominiert. Solche Spiele benötigt das Gesellschaftsspiel, denn das Heranführen an Regelspiele beginnt früh. Und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Mit den Nominierungen dieses Jahres entwickelt sich der Kinderspielpreis weiter in Richtung Familienspielpreis. Das Spiel des Jahres wird immer belangloser, während sich das Kennerspiel klar dem Niveau des Deutschen Spielepreises nähert. Der Sektor des anspruchsvollen Familienspiels wie es Spiele von Da Luigi und Vienna bis zu Royals und Evolution präsentieren, ist komplett nicht vertreten. Mit dieser Auswahl werden neue Spieler nicht an das Gesellschaftsspiel heranführt, und diejenigen, die gern spielen, werden nicht vom Kennerspiel abgeholt. (Redaktion)