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Ein Besuch bei SchmidtEin Besuch bei Schmidt

Im Sommer macht man Urlaub, doch wir nutzten die Zeit um wieder einmal einen Verlag zu besuchen. Dieses Mal war Schmidt Spiele in Berlin unser Ziel. Unser Gesprächspartner war Thorsten Gimmler, der dortige Produktmanager.

Zum Einstieg fasste er die Firmengeschichte von Schmidt Spiele zusammen. Gegründet wurde die Firma von Josef Friedrich Schmidt, der dort das von ihm nach klassischen Vorlagen entwickelte Mensch ärgere dich nicht herausbrachte. In der Folgezeit erschienen dort viele Spiele, die für uns schon Klassiker sind, wie Kniffel oder Spitz pass auf. Auch Autorenspiele wie Talisman, Acquire oder Dampfross fanden hier eine Heimat.

Benjamin Blümchen1998 übernahm die Blatz-Gruppe, die auch vorher schon im Brettspielbereich aktiv war, Schmidt Spiele, und brachte vortan Spiele nur noch unter diesem Label heraus.
Da Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Co. Eigenentwicklungen von Blatz waren, wundert es nicht, dass viele Spiele zu diesen Themen nun bei Schmidt herauskommen.

Seit 2010 vertreibt Schmidt auch die Entertainment-Produkte von Kiddinx zum Beispiel die Audiokassetten zu den beliebten oben genannten Figuren.

Dann stellte Torsten uns seinen Aufgabenbereich vor. Zum einen ist er Spielredakteur, d. h. er begutachtet Autorenspiele, und führt diese bei gefallen zur Produktreife. Doch sein Arbeitsgebiet ist deutlich größer. In der recht flachen Firmenhierarchie direkt unter dem Geschäftsführer Axel Kaldenhoven, ist er auch für die Entwicklung neuer Produktserien zuständig. So entwickelte er zum Beispiel die Idee der Easy-play Reihe, oder der Würfelspiele, deren Verpackung ein Würfelturm ist.

Das aktuelle Programm Für die Pflege des alten Programmes ist er zusammen mit seinem Kollegen Mario Coopmann zuständig. So müssen alte Produkte wie Spielesammlungen regeltechnisch und auch optisch dem Zeitgeist angepasst werden. In der Classic Line findet man zum Beispiel die Klassiker in besonders hochwertiger Ausführung.
Doch auch Spielesammlung ist nicht gleich Spielesammlung. Immer wieder werden bei Schmidt Sammlungen für bestimmte Anbieter wie Händlerorganisationen oder Nichtspielefirmen hergestellt. Da heißt es dann auch zusammenzustellen was in die Sammlung rein soll, Cover entwerfen, ... .

Doch die für uns persönlich interessanteste Aufgabe aus seinem Arbeitsgebiet ist die des Spieleredakteurs. Dies ist zum einen die Sichtung von Spielvorschlägen. Zum einen erhält er sie auf Veranstaltungen wie der Spiel oder bei Spieleautorentreffen, wie zum Beispiel in Göttingen. Zum anderen werden sie direkt an den Verlag geschickt. Auf der Homepage von Schmidt Spiele gibt es dazu Hinweise. Wir empfehlen dringend, diese Hinweise zu beachten, denn sowohl für den Autor als auch den Produktmanager ist es Zeitverschwendung eine Spiel zu begutachten, dass nicht in das Programm eines Verlags passt.

Die angeforderten Prototypen werden dann in verschiedensten Gruppen getestet, und geschaut, ob sich der erste gute Eindruck beweist. Oft wird dem Spiel auch ein neues Thema gegeben.
Dann kommt die Arbeit bis zur Produktionsreife.
Angebote für Materialien müssen eingeholt werden, und ein großer Zeitaufwand geht auch ins Regelschreiben und die grafische Gestaltung. So sahen wir bei unserem Besuch Entwurfsskizzen eines Spieles: Für jede Person gab es zwei Entwürfe, von denen einer ausgewählt werden musste. Nach der Auswahl muss dann die Feinzeichnung begutachtet werden und evtl. Änderungen in Auftrag gegeben werden. Der Weg von einer Spielidee bis zum Prototypen ist oft lang, aber der Weg vom Prototyp bis zum fertigen Produkt ist auch kein Katzensprung.

Thorsten bei der ProduktionskontrolleUnd selbst fertige Spiele beschäftigen den Produktmanager noch. Nach jeder Fertigung erhält er ein Exemplar zur Prüfung. Wir konnten dies live miterleben, weil gerade eine Lieferung erfolgte. So beobachteten wir Thorsten dabei, wie er ein Exemplar unseres Big Points prüfte.

Nachdem wir die Qualitätskontrolle miterlebt haben, fuhren wir in den Berliner Süden. Dort wurde uns die Fertigung von Tonkassetten, d. h. der Weg vom Masterband bis zur verpackten Kassette vorgeführt.
Am gleichen Ort befinden sich auch das Lager und der Versand von Schmidtspiele.

Die Waren werden in einem Hochregallager, in dem nur Roboter arbeiten, auf Paletten aufbewahrt. Für Bestellungen werden die Spiele, Kassetten und Co in einem weiteren Lagerbereich bereitgehalten.
Die Sendungen werden dann nach Packzetteln in diesem Handapparat zusammengestellt, dabei hat jedes Produkt eine bestimmte Standortnummer, an die sie von den Paletten in das Regal gepackt wird. Geht ein Bestand dem Ende entgegen, wird automatisch aus dem Hochregallager für Ersatz gesorgt. Während die normalen Waren in langen Regalreihen einsortiert sind, findet man die besonders häufig gefragten Artikel in einem Spezialberiech, noch auf Paletten, direkt am Packstand.

Waren im Regalsystem oder auf Paletten

Zwei weitere Bereiche wurden uns noch gezeigt. Zum einen der Displaybau. Die Händler können zur Produktpräsentation spezielle "Regale" bekommen, in denen die Spiele besonders gut präsentiert werden. Diese Displays werden hier bestückt.
Der letzte Punkt auf unserer Besichtigungstour war die Remittendenabteilung. Hier werden zurückgesendete Produkte kontrolliert, wieder dem Warenbestand zugefügt, oder zur Vernichtung freigegeben.

Einige Erfolge des Verlages Zum Abschluss unseres Besuches kehrten wir noch einmal zum Verlagsgebäude zurück. Dort bewunderten wir im Chefbüro die Mensch ärgere dich nicht Galerie an der Wand.
Auf dem Eingangsflur waren Papppöppel, die die Erfolge des Hauses Schmidt in den letzten Jahren zeigten. Alles zusammen war sehr beeindruckend.

Wir danken Thorsten ganz herzlich für die Zeit und Informationen, die er uns gegeben hat.